Informationen für Verbraucher

Auf dieser Seite finden Sie unsere FAQ zum Tierschutzlabel für Verbraucher - hier beantworten wir alle Ihre Fragen rund um das Tierschutzlabel, das Ihnen als Verbraucher hilft, sich für ein Mehr an Tierschutz beim Einkauf zu entscheiden.

Warum vergibt der Deutsche Tierschutzbund ein Tierschutzlabel?

Umfragen belegen immer wieder, dass ein Großteil der Verbraucher davon überzeugt ist, mit seiner Kaufentscheidung Einfluss auf den Tierschutz nehmen zu können. Die Mehrheit hat jedoch Schwierigkeiten, tiergerecht erzeugte Produkte zu erkennen. Zudem sind diese Produkte nicht flächendeckend verfügbar. Studien bestätigen, dass der Großteil der deutschen Verbraucher an Tierschutz interessiert und bereit ist, mehr Geld für Produkte auszugeben, die unter Einhaltung höherer Tierschutzstandards produziert werden. Dem steht aber bislang ein wesentlich geringeres Angebot entsprechender Produkte gegenüber. Zudem fehlt eine transparente, nachvollziehbare Tierschutzkennzeichnung über die gesamte Kette, von der Zucht, über die Haltung bis hin zum letzten Gang im Schlachthof.

Der Deutsche Tierschutzbund hat in den letzten Jahrzehnten intensiv dafür gekämpft, dass sich die Rahmenbedingungen für alle Tiere in der deutschen Landwirtschaft spürbar verbessern. Die Änderung des Tierschutzgesetzes ist leider mehr als unbefriedigend verlaufen. Es bleibt weiterhin ein Gesetz, das lediglich die Nutzung der Tiere regelt. Seit Langem fordern wir auch die Einführung einer europaweiten Tierschutzkennzeichnung, die verlässlich und transparent für mehr Tierschutz steht und eine Weiterentwicklung der bisher üblichen Haltungsformen in Gang setzt. Die Diskussion um eine solche Kennzeichnung hat zwar in den letzten Jahren zunehmend an Fahrt aufgenommen. Eine zeitnahe Umsetzung einer Kennzeichnungspflicht für alle Produkte, die tierische Bestandteile enthalten, oder die rasche Einführung einer freiwilligen staatlichen Tierschutzkennzeichnung, etwa analog dem Bio-Siegel, ist aber bis heute nicht in Sicht.

Der Gesetzgeber hat bislang nicht gehandelt, also müssen wir als Deutscher Tierschutzbund aktiv werden. Die zunehmenden Diskussionen um eine solche Kennzeichnung, Teilentwicklungen im Markt und nicht zuletzt das zunehmende Interesse von Produzenten und Handel, sich gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund als Vertrauensträger im Tierschutz zu engagieren, haben gezeigt, dass die Zeit reif ist für einen breiten Tierschutz-Einstieg in den Markt. Daher hat der Deutsche Tierschutzbund sich entschieden, initiativ zu werden und mit einem Label auf den Markt zu gehen, das für einen wirklichen Mehrwert an Tierschutz steht.

Wofür steht das Tierschutzlabel?

Ställe der Einsstiegsstufe müssen Schweinen eine planbefestigte Ruhezone einrichten.
Schweine in einem Stall der Tierschutzlabel-Einstiegsstufe

Mit dem Label werden Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet, denen Tierschutzstandards zugrunde liegen, die für die Tiere einen wirklichen Mehrwert an Tierschutz gewährleisten. Gestartet wurde zunächst mit einem Label für Produkte von Masthühnern und Mastschweinen, jetzt kommen neu ab 1.1.2016 noch Eier hinzu. Die Kriterien sollen für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere erarbeitet werden und sollen die gesamte Produktionskette umfassen – von der Zucht bis zur Schlachtung. Das zweistufige Label orientiert sich an dem Konzept und den Standards, die von der an der Universität Göttingen ins Leben gerufenen „Initiative Tierwohl-Label" ausgearbeitet wurden und anschließend in den Details vervollständigt wurden.

1. Stufe: Einstiegsstufe

Zu den Eckpunkten gehören in der ersten Labelstufe neben der Umstellung auf Ställe mit Strukturierung, mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten beispielsweise auch der Ausstieg aus dem Kupieren der Schwänze beim Schwein. Außerdem dürfen keine Schweine in die Mast eingestallt werden, die als Ferkel betäubungslos kastriert wurden. Bei Masthühnern wird z. B.  durch eine Begrenzung der Tageszunahme verhindert, dass schnell wachsende Zuchtlinien, die zuchtbedingt unter Tierschutzproblemen leiden, eingesetzt werden. Darüber hinaus gibt es für Transport und Schlachtung ebenfalls strenge Anforderungen. Bei den Legehennen bietet der verpflichtende Kaltscharrraum zusätzlichen Platz und den Kontakt zu Außenklima und Tageslicht. Zudem dürfen die Schnäbel der Hennen nicht gekürzt werden. Schon die Einstiegsstufe geht weit über die gesetzlichen Mindeststandards, die heute die Basis der tierschutzwidrigen Intensivhaltung bilden, hinaus. Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist bei Masthühnern und Legehennen auch in der Einstiegsstufe verboten. Für Mastschweine tritt ein entsprechendes Verbot zum 1.1.2017 in Kraft.

2. Stufe: Premiumstufe

In der zweiten Labelstufe kommen zusätzlich unter anderem Außenklimabereiche, Zugang zu Auslauf oder Freilandhaltung hinzu. Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist in der Premiumstufe verboten.

Neben diesen Mindestanforderungen müssen auch tierbezogene Kriterien erfüllt werden, mit denen konkrete Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Tiere möglich sind und die zeigen, ob die ambitionierten Standards im Alltag optimal bewirtschaftet werden.

Warum ein zweistufiges Label?

Die Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes an eine tiergerechte Haltung sind anspruchsvoll. Das führt dazu, dass diese regelmäßig nur bei der Erzeugung von Premium-Produkten, wie z. B. von NEULAND, in vollem Umfang erfüllt werden. Diese sind aber nicht überall verfügbar.

Zur Verbesserung von Tierschutzstandards für eine große Zahl von Tieren ist ein breiter Marktzugang notwendig. Da der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen bislang nicht nachhaltig verbessert hat, erachtet es der Deutsche Tierschutzbund für sinnvoll, auch Teilentwicklungen oder kleine Entwicklungsschritte hin zu mehr Tierschutz zu unterstützen. Mit entsprechenden Schritten werden nicht nur erste Verbesserungen für eine größere Anzahl von Tieren erreicht, sondern es wird gleichzeitig die Möglichkeit eröffnet, die breite Verfügbarkeit von Produkten, die unter höheren Tierschutzstandards hergestellt wurden, zu beschleunigen. Ferner besteht die Aussicht, dass damit in der Folge auch die Entwicklung und Einführung höherer Tierschutzstandards insgesamt vorangetrieben wird und langfristig auch in die Gesetzgebung Einzug erhält.

Die Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes nach den optimalen Tierschutzstandards und die Grundsatzkritik an Haltungsformen und gegebenenfalls auch Unternehmen bleiben von der Unterstützung von Teilentwicklungen unberührt.

Was unterscheidet die Labelprodukte von konventioneller Ware?

Labelprodukte bieten in jedem Fall – wie der Name des Labels schon verspricht – mehr Tierschutz. Konventionelle Ware muss die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen, die aus Tierschutzsicht unzureichend sind. Die Grundsatzentscheidung ist einfach: Wer weiterhin tierische Produkte essen will, aber bessere Tierschutzstandards möchte, der sollte zu Produkten mit dem Tierschutzlabel greifen. 

Wo gibt es die Produkte?

Die Märkte, die Schweinefleisch-Produkte mit dem Tierschutzlabel listen können, finden Sie über unsere Produkt-Suche. Produkte vom Huhn mit dem Tierschutzlabel erhalten sie bundesweit über verschiedene Handelsketten – mehr dazu hier. Über die Suche werden diese nicht angezeigt. Fragen Sie einfach in den Märkten nach der Einstiegs-, aber auch nach der Premiumstufe, denn damit zeigen Sie dem Handel, dass Sie Interesse an diesen Produkte haben, weil Ihnen Tierschutz wichtig ist.

Was kosten die Produkte?

Guter und zuverlässiger Tierschutz kostet Geld. Denn mehr Platz für die Tiere, eine langsamere Mast, tiergerecht ausgestattete Ställe oder Beschäftigungs- und Auslaufmöglichkeiten für die Tiere bedeuten für den Landwirt mehr Kosten und mehr Arbeit, die ihm entlohnt werden müssen. Die Kalkulation der Produkte mit dem Tierschutzlabel liegt aber in der wirtschaftlichen Verantwortung der Lizenznehmer. Angesichts der weit reichenden Verbesserungen für den Tierschutz in der Premiumstufe des Tierschutzlabels ist der Mehrpreis grundsätzlich angemessen. Die Einstiegsstufe des Tierschutzlabels bietet einen ersten Einstieg in mehr Tierschutz mit geringerem Mehrpreis.

Wir erwarten, dass sich auch alle, die an der tierischen Produktionskette beteiligt sind, ihrer Verantwortung stellen und mehr Tierschutz mit mehr Geld entlohnen. Für den Verbraucher heißt das aber auch, bereit zu sein, mehr Geld für Fleisch auszugeben.

Was unterscheidet das Label von Bio- oder NEULAND-Produkten?

Das Tierschutzlabel orientiert sich an den Standards, die von der Initiativgruppe "Tierwohl-Label" entworfen wurden. NEULAND war Mitglied in dieser Initiative und damit an der Entwicklung des Labelkonzeptes und seiner Inhalte beteiligt. Dieser Verband erfüllt mit seinen Vorgaben die Anforderungen der Premiumstufe des Labels problemlos, in einigen Bereichen liegen die NEULAND-Standards sogar darüber. Wo im Rahmen der Diskussion um die Labelstandards des Deutschen Tierschutzbundes neue Aspekte ausgearbeitet und eingeführt werden, werden diese selbstverständlich auch im NEULAND-Programm in Zukunft umgesetzt. So kann NEULAND mühelos zusätzlich das Label der Premiumstufe tragen und wird sich darüber hinaus durch seine höheren Standards noch weiter abheben. Für den Deutschen Tierschutzbund bleibt NEULAND die beste Form tiergerechter Haltung.

Die Tierhaltungsstandards der Bio-Produkte entsprechen ungefähr denen der Premiumstufe des Tierschutzlabels des Deutschen Tierschutzbundes. Daher bringen die Bio-Betriebe die Grundvoraussetzungen mit, neben dem Bio-Siegel auch das neue Label tragen zu können. Die Kriterien des Deutschen Tierschutzbundes beinhalten jedoch einige darüber hinausgehende Kriterien: Mit dem Tierschutzlabel werden alle Stufen der Produktion abgedeckt - von der Zucht bis hin zur Schlachtung. Nur einzelne Bio-Verbände haben bislang weitgehende Anforderungen an die Zucht, den Transport oder die Schlachtung. Der Deutsche Tierschutzbund geht aber davon aus, dass Bio-Betriebe ohne größere Probleme auch die Premiumstufe des Tierschutzlabels erreichen können.

In Zusammenhang mit dem Tierschutzlabel sollen künftig auch tierbezogene Kriterien erfasst werden, z. B. Gesundheitsprobleme oder Schäden an den Tieren, die konkrete Rückschlüsse auf das Wohlergehen der Tiere ermöglichen. So soll sichergestellt werden, dass mit den hohen Anforderungen an die Tierhaltung nicht nur die Voraussetzungen für ein Mehr an Tierschutz geschaffen werden, sondern diese auch optimal umgesetzt werden.

Der Deutsche Tierschutzbund steht doch für anspruchsvolle Anforderungen an den Tierschutz. Warum nun eine Einstiegstufe mit niedrigeren Anforderungen?

Der Deutsche Tierschutzbund hält es für notwendig, sich neben dem Premiumstandard auch mit einem niedrigeren Einstiegsniveau einzubringen, das viele weitere Erzeuger und Verbraucher animiert mitzumachen und eine Entwicklung hin zu mehr Tierschutz fördert. Tiere werden heute in tierschutzwidrigen Intensivtierhaltungssystemen gehalten. Um Verbesserungen zu erreichen, müssen die Landwirte - wie auch Verbraucher und Handel - Schritt für Schritt auf dem langen Weg in Richtung Tierschutz begleitet werden. Es muss gelingen, alle mitzunehmen, den Landwirt, aber auch den Handel und Verbraucher, um mehr Tierwohl zu schaffen. Dabei müssen die Standards einer solchen Einstiegsstufe aber zu klaren Verbesserungen für die Tiere führen und damit deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen angesiedelt sein. Gleichwohl müssen sie von einer größeren Anzahl von Erzeugern erfüllbar und die so erzeugten Produkte für die Verbraucher attraktiv sein. Mit diesem Schritt wird ein breiter Einstieg in Richtung mehr Tierschutz angestrebt, der langfristig weiter - zum Premiumstandard hin - ausgebaut wird.

Was bringt das Label den Tieren?

In der herkömmlichen Tierproduktion werden die Tiere häufig den Haltungssystemen angepasst und nicht umgekehrt. Mit dem Label soll dieser Fehlentwicklung sukzessive entgegengewirkt werden. Die dem Label zugrunde liegenden Tierschutzstandards werden zu einem wirklichen Mehrwert an Tierschutz führen, da mit den Standards den artspezifischen Verhaltensweisen und den sich daraus ableitenden Bedürfnissen der Tiere an ihre Haltungsumgebung Rechnung getragen werden soll. Dies ist durch die gesetzlichen Vorgaben bislang bei Weitem nicht gewährleistet.

In der Umsetzung heißt das, dass den Tieren mehr Platz zur Verfügung gestellt werden muss. Gleichzeitig muss die Haltungsumgebung strukturiert sein. Für Schweine müssen die Funktionsbereiche für Liegen, Fressen und Koten sichtbar getrennt sein. Bei Mastgeflügel sind ein Außenklimabereich sowie Strukturelemente wie Sitzstangen verpflichtend. Ferner sind Beschäftigungsmöglichkeiten wie z. B. Stroh vorgesehen. Legehennen bekommen einen zusätzlichen Außenklimabereich und Beschäftigungsmöglichkeiten wie ein zusätzliches Sandbad. Eingriffe an Tieren, wie das betäubungslose Kastrieren der Eber oder das Kupieren der Schnäbel bei Legehennen, sind nicht zulässig. Die Premiumstufe sieht zudem einen Außenauslauf und bei den Schweinen Stroheinstreu vor.

In der Einstiegsstufe sind für Masthühner Beschäftigungsmöglichkeiten wie solche Strohballen vorgeschrieben.
Masthühner auf einem Strohballen in einem Stall, der den Haltungsvorgaben der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels entspricht.

Wo liegen die Herausforderungen für den Deutschen Tierschutzbund?

Ein Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes muss so gestaltet sein, dass es keinen Anreiz schafft, tierische Produkte zu konsumieren. Gleichwohl soll es Verbraucher, die tierische Produkte kaufen wollen, dazu animieren, sich für solches zu entscheiden, das von Tieren stammt, die unter besseren Tierschutzbedingungen gelebt haben. Solange also noch tierische Produkte gegessen werden, muss der Verbraucher sich transparent und klar für mehr Tierschutz entscheiden können. Dazu dient das Tierschutzlabel. Das hilft den Tieren ganz konkret und sofort.

Eine weitere Herausforderung ist eine verständliche und klare Kommunikation: Was steckt hinter den Labelstufen? Wie viel Tierschutz bieten die einzelnen Stufen? Die Einstiegsstufe bietet einen allerersten Schritt hin zu mehr Tierschutz mit ersten elementaren Verbesserungen für die Tiere. Aber die Einstiegsstufe bleibt dennoch ein Kompromiss und ist keine Revolution im Tierschutz. Hier muss dem Verbraucher klar und verständlich kommuniziert werden, wofür die Einstiegsstufe steht und dass er die Option der Premiumstufe hat. Nur so werden keine falschen Erwartungen geweckt.

Eine besondere Herausforderung ist zudem die Ausgestaltung der Labelstufen: Auch der Einstieg in die erste Stufe mit breitem Marktzugang muss einen spürbaren Tierschutz-Mehrwert beinhalten, dessen stetige Fortentwicklung garantiert sein muss. In diesem Spagat das optimal Machbare herauszuholen ist eine Herausforderung.

Nicht zuletzt ist es immens wichtig, Missständen vorzubeugen. Der Deutsche Tierschutzbund steht für einen ambitionierten und glaubwürdigen Tierschutz. Alles was wir tun, ist nicht dazu gedacht, den Fleischkonsum zu fördern. Dieses Vertrauen gilt es zu erhalten und zu untermauern. Neben der Etablierung solider belastbarer Anforderungen ist der Aufbau einer gut funktionierenden - neutralen und transparenten - Zertifizierung und Kontrolle (z. B. durch die spezielle Schulung der Zertifizierer/Kontrolleure) essentiell.

Wie wird kontrolliert?

Die Zertifizierung und Kontrolle erfolgt durch unabhängige Zertifizierungsorganisationen. Das Kontroll- und Zertifizierungssystem ist so aufgebaut, dass die Kontrollorganisationen, die bei den Landwirten vor Ort sind, die Kontrollen für das Tierschutzlabel mit durchführen können. So werden zusätzliche Kosten vermieden. Die Zertifizierungs- und Kontrollgesellschaften müssen aber vom Deutschen Tierschutzbund zugelassen werden und die eingesetzten Kontrolleure eine spezielle Schulung absolviert haben. Auch sie werden explizit vom Deutschen Tierschutzbund zugelassen. Der Verband hat selbstverständlich Zugang zu allen Zertifizierungs- und Kontrollergebnissen und führt darüber hinaus unangemeldete Kontrollen durch.

Wer darf das Label nutzen?

Für das Label können sich grundsätzlich alle Unternehmen bewerben, die die zugrunde liegenden Richtlinien erfüllen. Nach Abschluss eines Lizenzvertrages sowie erfolgreicher Zertifizierung der teilnehmenden Betriebe durch eine unabhängige Zertifizierungsorganisation darf das Label genutzt werden.

Unterstützt der Deutsche Tierschutzbund mit dem Label den Fleischkonsum?

Nein! Das Label soll keinen Anreiz schaffen, Fleisch zu kaufen. Solange in unserer Gesellschaft der Fleischkonsum aber relevant ist, soll dem Verbraucher mit dem Label ein Entscheidungsinstrument für mehr Tierschutz an die Hand gegeben werden. Es soll eine verlässliche Information sein und ein Mehr an Tierschutz eindeutig und verständlich erkennbar machen. Niemand soll zum Kauf tierischer Produkte ermuntert werden, aber diejenigen, die nicht auf Fleisch verzichten wollen, sollen animiert werden, sich für ein tierfreundlicheres Produkt zu entscheiden. Der Verbraucher wird somit in die Pflicht genommen. Das hilft den Tieren ganz konkret und sofort.

Fleischsiegel und Tierschutz, geht das zusammen?

Das Label soll dem Käufer weder einen generellen Kaufanreiz bieten noch ihn von seiner Verantwortung als Konsument freisprechen. Der Deutsche Tierschutzbund steht dafür, jedes einzelne Tier um seiner selbst willen zu schützen. Solange jedoch die Gesellschaft die Zucht, die Haltung und den Tod von Tieren zu Ernährungszwecken als vernünftigen Grund akzeptiert, gilt es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Situation der Tiere zu verbessern. Daher unterstützt der Deutsche Tierschutzbund auch kleine Schritte in die richtige Richtung, um zeitnah voranzukommen. Die grundsätzlichen und hohen Tierschutzforderungen, für die der Deutsche Tierschutzbund mit aller Kraft eintritt, bleiben davon unberührt. Mit dem Label sollen erste Schritte in Richtung für ein Mehr an Tierschutz auf den Weg gebracht werden. Es soll den Verbraucher sensibilisieren, informieren, ihm ein Entscheidungsinstrument für oder gegen mehr Tierschutz an die Hand geben und ihn letztendlich in die Pflicht nehmen. Das Ziel ist, mit diesem Einstieg möglichst schnell Verbesserungen in der landwirtschaftlichen Produktion zu erreichen. Doch unabhängig von dem Engagement des Deutschen Tierschutzbundes, hohe Tierschutzstandards in der landwirtschaftlichen Produktion durchzusetzen, sieht der Verband die fleischlose Ernährung als größten Schritt in Richtung Tierschutz und wird die vegane und vegetarische Lebensweise auch weiterhin propagieren und unterstützen.

Verdient der Deutsche Tierschutzbund an dem Label?

Nein! Der Deutsche Tierschutzbund wird an dem Siegel nicht verdienen. Der Deutsche Tierschutzbund ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für das Wohl der Tiere einsetzt, und kein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen. Die Lizenzgebühren, die die beteiligten Firmen für die Labelnutzung entrichten müssen, gleichen die Kosten aus, die dem Deutschen Tierschutzbund in Zusammenhang mit Aufbau und Führung des Tierschutzlabels entstehen.

Die Lizenzgebühr setzt sich aus einem einmaligen Grundbeitrag und laufenden Gebühren zusammen. Um ein Zeichen für die Premiumstufe zu setzen und diese vornehmlich zu fördern, liegt die Lizenzgebühr dafür unterhalb der für die Einstiegsstufe.

Wird das Tierschutzlabel gefördert?

Förderung gibt es nur im Rahmen eines vom Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bewilligten Forschungsprojektes: "Tierwohllabel - Aufbau eines marktgerechten Tierwohlprogramms in der Schweinefleischkette". Die Fördermittel werden ausschließlich dafür eingesetzt, um zu erforschen, wie der Einstiegsstandard im Schweinebereich umgesetzt werden kann. Insgesamt ist das Projekt auf 30 Monate ausgelegt. Dem Deutschen Tierschutzbund stehen für die Projektmitarbeit insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. 

An wen kann ich mich wenden? Wo erhalte ich weitergehende Informationen?

Der Deutsche Tierschutzbund als Inhaber des Tierschutzlabels informiert auf dieser Seite ausführlich und hilft Ihnen bei weitergehenden Fragen gerne. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten

Wo bekomme ich die Produkte?

Richtlinien

Diese enthalten detaillierte Kriterien für die tiergerechte Haltung und Behandlung von Masthühnern bzw. Mastschweinen sowie zur Verarbeitung von Fleisch im Rahmen des Tierschutzlabels. mehr

Entwicklung

Von der Idee zum Tierschutzlabel - lesen Sie, wie das Tierschutzlabel entstanden ist.
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