FAQ für Vermarkter

Auf dieser Seite finden Unternehmen der Fleischvermarktung sowie handwerkliche Metzgereien/Fleischerfachgeschäfte mit eigener Schlachtung und/oder eigener Herstellung von Fleischerzeugnissen Antworten auf ihre Fragen rund um das Tierschutzlabel.

Was nützt mir das Label?

Der Nutzen für das Fleisch vermarktende Unternehmen ist in mehrfacher Hinsicht sehr deutlich:

  1. Tierschutz ist eines der großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Wer mitmacht, trägt den gesellschaftlichen Forderungen Rechnung und schafft Fortschritt.
  2. Der soziale Nutzen: Unternehmen sowie Mitarbeiter, Kunden und Partner von Unternehmen, die dem Tierschutz einen hohen Stellenwert einräumen und vorantreiben erfahren ein höheres Ansehen.
  3. Der wirtschaftliche Nutzen: Wer mitmacht, differenziert sich am Markt, in dem er sich von konventionellen Produkten abhebt. Die Verbraucher sind bereit, für Fleisch mit höheren Tierschutzstandards einen deutlichen Mehrpreis zu bezahlen. Diese Mehrpreisbereitschaft wurde im Auftrag des Deutschen Tierschutzbundes im Rahmen einer wissenschaftlichen Studiebestätigt. Dieser Mehrpreis führt zu einer höheren Wertschöpfung auf allen Ebenen der Produktion, Vermarktung, Verarbeitung und des Handels.

Wer vergibt das Label?

Der Deutsche Tierschutzbund, der über 700 lokale Tierschutzvereine und über 800.000 Mitglieder repräsentiert, ist Inhaber und glaubwürdiger Vertrauensträger des Tierschutzlabels, nur er kann es vergeben. Für die Nutzung des Tierschutzlabels ist der Abschluss eines Lizenzvertrages mit dem Deutschen Tierschutzbund erforderlich.

Worin liegt der Unterschied zwischen Einstiegs- und Premiumstufe?

In der Einstiegsstufe sind für Masthühner Beschäftigungsmöglichkeiten wie solche Strohballen vorgeschrieben.
Masthühner auf einem Strohballen in einem Stall, der den Haltungsvorgaben der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels entspricht.

Die Kriterien der Premiumstufe tragen den Anforderungen des heutigen wissenschaftlichen Standes für eine tiergerechte Haltung Rechnung. Um den Tierschutz einen breiten Markteinstieg zu ermöglichen und Verbesserungen für möglichst viele Tiere zu erreichen, wurde als erster Schritt hin zu mehr Tierschutz die Einstiegsstufe geschaffen. Schon die Einstiegsstufe garantiert beispielsweise mehr Platz pro Tier als vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist sowie Beschäftigungsmöglichkeiten. Hier finden Sie die Kriterien für die Einstiegsstufe und für die Premiumstufe.

Wie können wir als Schlacht-, Fleischvermarktungs- oder Fleischverarbeitungsunternehmen mitmachen?

Für die Nutzung des Tierschutzlabels ist der Abschluss eines Lizenzvertrages erforderlich, den der Deutsche Tierschutzbund mit Vermarktern schließt. Erzeuger, die direkt vermarkten, können ebenfalls einen Lizenzvertrag mit dem Deutschen Tierschutzbund abschließen.  

Damit das Versprechen „Mehr Tierschutz“ durchgängig gewährleistet werden kann, müssen alle im Prozess beteiligten Unternehmen auf allen Stufen der Produktion, Schlachtung und Verarbeitung zertifiziert werden. Eine autorisiertem Zertifizierungs- und Kontrollorganisation überprüft beim Eintritt in das Programm im Rahmen einer angemeldeten Erstinspektion, ob die betreffenden Betriebe den vorgegebenen Anforderungen entsprechen. Bei erfolgreicher Zertifizierungsentscheidung werden die beteiligten Betriebe für das Labelprogramm zugelassen.  

Der erste Schritt für Interessenten ist die Anmeldung beim Deutschen Tierschutzbund. Wir beraten Sie gerne. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten.  

Bei dieser Anmeldung sollten sollte bereits angegeben werden, für welche Tierart und für welchen Produktionsstandard – Einstiegs- oder Premiumstufe – das Tierschutzlabel geführt werden soll. Das wird meist davon abhängen, welchem Anforderungsniveau die Betriebe der liefernden Landwirte entsprechen. Hier finden Sie die Kriterien für die Einstiegsstufe und für die Premiumstufe.  

Wo finde ich zertifizierte Höfe?

Über Höfe, die an einer Teilnahme im Labelprogramm interessiert sind sowie bereits zertifizierte Höfe, die im Einzugsgebiet des Fleisch-Vermarkters liegen, informiert direkt der Deutsche Tierschutzbund. Wie bei vergleichbaren Entwicklungen in der Fleischwirtschaft (Bio, regionale Erzeugnisse u. a.) gehen hier die Initiativen meist von der Vermarkterseite aus. Das bedeutet, dass die zertifizierten Höfe in vielen Fällen bereits zertifizierte Abnehmer haben. Ein besonders Erfolg versprechender Weg ist daher, dass das Fleisch vermarktende Unternehmen seinerseits aktiv wird und die Landwirte für das Tierschutzlabel gewinnt, z. B. jene die bisher aus herkömmlicher Haltung stammenden Tiere lieferten.

Wer muss zertifiziert werden und wie lange gilt die Zertifizierung?

Zertifiziert werden müssen alle beteiligten Unternehmen, die einen oder mehrere Bereiche der Lieferkette abdecken: der landwirtschaftliche Betrieb, der Schlachthof sowie die Zerlege- und Verarbeitungsbetriebe.  

Die Zertifizierung, die auf der Grundlage einer erfolgreichen Erstinspektion erteilt wird, wird für ein Jahr ausgesprochen und durch regelmäßige unangemeldete Anschlusskontrollen bei positivem Kontrollergebnis verlängert. Die Zertifizierung kann ausgesetzt werden, wenn im Rahmen der Kontrollen eine Überschreitung von festgelegten K.O.-Kriterien oder schwerwiegende Abweichungen im wiederholten Fall festgestellt werden, ohne dass das Unternehmen wirksame Korrekturmaßnahmen ergreift. In diesem Fall wird die Zertifizierung ausgesetzt bzw. das Zertifikat als entzogen und eine Vermarktung mit Bezug auf das Label kann nicht stattfinden. Mit Nachweis wirksamer Korrekturmaßnahmen und der Behebung der festgestellten Mängel im Rahmen einer weiteren Nachinspektion kann die Zertifizierung wiederhergestellt werden.

Wie oft erfolgen Kontrollen oder Auditierungen?

Nach erfolgter Aufnahme in das Labelprogramm durch eine erfolgreiche Erstinspektion folgen unangemeldete Anschlusskontrollen. Die Häufigkeit dieser Kontrollen wie auch die Mindestkontrolldauer werden von der individuellen Risikobewertung beeinflusst, die die Zertifizierungsstelle im Rahmen der Erstinspektion vornimmt und die regelmäßig auf ihre Gültigkeit überprüft wird.

Kann ich verarbeitete Produkte anbieten?

Ja. Das Tierschutzlabel wird derzeit für Fleisch und für Erzeugnisse mit Fleisch verliehen. Nähere Informationen, welche Erzeugnisse im Rahmen des Programms gelabelt werden dürfen, können Sie beim Deutschen Tierschutzbund anfordern.

Wie sehen die Kriterien für verarbeitete Produkte aus?

Derzeit ist es möglich, Fleisch und Erzeugnisse, die Fleisch enthalten, mit dem Tierschutzlabel auszuzeichnen. Die Richtlinien für verarbeitete Produkte mit dem Tierschutzlabel sind einfach, praxisnah und logisch gehalten. Die Grundregel lautet: In einem Fleischerzeugnis mit dem Tierschutzlabel darf nur Fleisch mit dem Tierschutzlabel enthalten sein. Für Fleischerzeugnisse in der Premiumstufe muss dabei Fleisch aus der Premiumstufe verwendet werden. Für Fleischerzeugnisse der Einstiegsstufe gilt entsprechend, dass Fleisch aus der Einstiegsstufe verwendet werden muss.

Bei Nicht-Verfügbarkeit bestimmter Fleischzutaten (z.B. derzeit Rindfleisch) darf in begrenztem Mengenanteil auf Fleisch aus dem NEULAND-Programm oder Bio-zertifiziertes Fleisch ausgewichen werden. Weiteren Zutaten tierischer Herkunft, insbesondere Eier und Eierzeugnisse, müssen gleichfalls das Tierschutzlabel oder vergleichbare Standards tragen. Die gewohnten Verarbeitungstechnologien können grundsätzlich beibehalten werden. Nähere Informationen können Sie beim Deutschen Tierschutzbund anfordern.

Wer kontrolliert die Produzenten?

Die angemeldete Erstinspektion sowie die unangemeldeten Anschlusskontrollen dürfen von Zertifizierungsstellen durchgeführt werden, die vom Deutschen Tierschutzbund zugelassen wurden. Grundsätzlich kann jede Zertifizierungs- und Kontrollorganisation die Zulassung beantragen. Damit soll ermöglicht werden, dass die Unternehmen auf die unabhängigen Zertifizierungs- und Kontrollgesellschaften zurückgreifen können, die bereits Kontrollen in ihren Betrieben durchführen. So sollen Aufwand und Kosten nach Möglichkeit reduziert werden.

Die Anerkennung setzt aber voraus, dass die notwendige Fachkompetenz und Ausrüstung sowie eine ausreichende Zahl entsprechend qualifizierter und erfahrener Mitarbeiter von der unabhängigen Zertifizierungs- und Kontrollgesellschaft vorgehalten wird. Deren Mitarbeiter müssen neben ihrer beruflichen Qualifikation speziell zu den Anforderungen des Tierschutzlabels geschult sein sowie Praxiserfahrung aufweisen. Das sichert die Wirksamkeit und Praxisnähe der Kontrollen für das Tierschutzlabel.

Mit welchen Kosten muss ich als Lizenznehmer/Unternehmen rechnen?

Für den Lizenznehmer fallen im Rahmen der Zeichennutzung Lizenzgebühren an. Diese setzen sich aus einem einmaligen Grundbeitrag und laufenden Gebühren zusammen. Um ein Zeichen für die Premiumstufe zu setzen und diese vornehmlich zu fördern, liegt die Lizenzgebühr für die Premiumstufe unterhalb derjenigen für die Eingangstufe.  

Die Kosten teilnehmender Betriebe wie landwirtschaftliche Betriebe, Schlacht- oder Zerlegebetriebe können nur betriebsindividuell beziffert werden. Der erforderliche Umstellungsaufwand ergibt sich grundsätzlich aus der Gegenüberstellung des Ist-Zustandes des Betriebes und den Kriterien des Tierschutzlabels und den sich daraus eventuell ableitenden erforderlichen Maßnahmen. Im Bereich Schlachtung ist beispielsweise die Gewährleistung eines schonenden Zutriebes der Tiere und einer schnellen und zuverlässigen Betäubung und Entblutung wesentlich. Im Bereich der Fleischverarbeitung ist die Chargenrückverfolgung und zu diesem Zweck eine zuverlässige Trennung der Warenflüsse besonders wichtig.

An wen kann ich mich wenden? Wo erhalte ich weitergehende Informationen?

Der Deutsche Tierschutzbund als Inhaber des Tierschutzlabels informiert auf dieser Seite ausführlich und hilft Ihnen bei weitergehenden Fragen gerne. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten.

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Zertifizierungsprogramm

Details zum Zertifizierungsprogramm für das Tierschutzlabel können Sie hier herunterladen:

Zertifizierungsprogramm