Pressemeldung

30.06.2011

Tierschutzlabel kommt

Auf der heutigen Fachtagung „Initiative Tierwohl-Label" an der Georg-August-Universität Göttingen hat der Deutsche Tierschutzbund seine Absicht bekanntgegeben, ein Tierschutzlabel einzuführen. Basis des Labels ist das Konzept der „Initiative „Tierwohl-Label", das auf der heutigen Tagung vorgestellt wurde. Mit dem Label sollen zukünftig Produkte tierischen Ursprungs gekennzeichnet werden, bei denen Tierschutzstandards weit über die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Geplant ist ein zweistufiges Verfahren. Die Kriterien sollen für alle landwirtschaftlich genutzten Tiere erarbeitet werden, die die gesamte Produktionskette umfassen (Zucht bis Schlachtung). Gestartet wird zunächst mit einem Label für Produkte von Masthühnern und Mastschweinen. Details zu den Kriterien und weiteren rechtlichen Fragen sind in der Ausarbeitung und sollen bis zum Herbst final vorliegen.

„Wer sich für Fleisch entscheidet, muss verlässlich und transparent erfahren, wie das Produkt aus Tierschutzsicht entstanden ist. Mit dem Label wollen wir zudem höhere Tierschutzstandards vorantreiben. Es gilt jetzt zu handeln und es nicht auf die lange Bank zu schieben", erklärt Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Bisher gibt es kein explizites Tierschutzlabel. Der Deutsche Tierschutzbund ist sich sicher, dass freiwillige Kooperationen mit dem Handel und mit Erzeugern Tierschutzstandards und -bedingungen für eine große Anzahl an Tieren verbessern. Umfragen belegen immer wieder, dass ein Großteil der Verbraucher davon überzeugt ist, mit seiner Kaufentscheidung Einfluss auf den Tierschutz nehmen zu können. Die Mehrheit hat jedoch Schwierigkeiten, tiergerechter erzeugte Produkte zu erkennen. Zudem sind diese Produkte nicht flächendeckend verfügbar. Studien der Universität Göttingen bestätigen dies und schätzen das deutsche Marktsegment der an Tierschutz interessierten und zahlungsbereiten Verbraucher mit 20 Prozent der Bevölkerung als „einen ungehobenen Schatz".

Das geplante zweistufige Label orientiert sich an den in der „Initiative Tierwohl-Label" vereinbarten Eckpunkte, die derzeit in den Details ausgearbeitet werden. Zu den Eckpunkten gehören neben Strukturierung, mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten in der 1. Labelstufe sowie beispielsweise das Verbot des Schwanzkupierens oder der betäubungslosen Kastration bei Mastschweinen. Auch für Transport und Schlachtung gibt es strenge Tierschutzrichtlinien. In der 2. Labelstufe kommt zusätzlich u.a. Zugang zu Auslauf und Freilandhaltung hinzu. Zudem gilt: Wer die 1. Labelstufe anbieten möchte, muss auch Produkte der 2. Labelstufe im Angebot haben.

Tierschutzlabel

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