Tierschutzlabel: Einstiegsstufe

Tierschutzlabel Einstiegsstufe

Kriterien für Masthühner

Einstiegsstufe:

  • Platzangebot: maximale Besatzdichte von 25 kg/m²
  • Bestandsobergrenze: maximal 2 x 30.000 Masthühnerplätze

Für beide Labelstufen:

  • Langsam wachsende Zuchtlinien: maximal 45 g Tageszunahme
  • Kaltscharrraum: mindestens die Hälfte der Mastdauer nutzbar (bestehende Lousianna-Ställe werden akzeptiert)
  • Strukturierung: Sitzstangen, Pickgegenstände (Ytong-Steine, Strohballen)
  • Transportdauer: maximal 4 Stunden
  • Schlachtung: zweistufige CO2-Betäubung; übergangsweise Wasserbadbetäubung
  • Tierbezogene Kriterien: Gehfähigkeit, Mortalität, Arzneimittel, Verletzungen, Schäden

Kriterien für Mastschweine

Einstiegsstufe:

  • Platzangebot: circa 45% mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben
  • Bodenbeschaffenheit, Liegebereich: perforierter Boden, teilnehmende Betriebe müssen in mindestens vier Buchten Komfortliegebereiche ausprobieren (verbindlicher Entwicklungsplan für neue Betriebe)
  • Beschäftigungsmaterial: Stroh oder vergleichbares organisches Material (auch Pellet-Automaten)
  • Klima: Luftkühlung oder Wasservernebelung (Hochdruck)
  • Bestandsobergrenze: 3.000 Schweinemastplätze

Hinweis zur Einstiegsstufe für Schweine: Die Förderung des Vorhabens erfolgte aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgte über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung.

Für beide Labelstufen:

  • Strukturierung der Bucht: Trennung von Aktivitäts-, Liege- und Kotbereich ermöglichen
  • Schwänze kürzen verboten (Übergangsfrist für die Einstiegsstufe bis 31.12.2016; Vereinbarungen mit Ferkelaufzucht müssen getroffen werden, um einzelne Ferkelwürfe mit ungekürzten Schwänzen ab spätestens 2017 einzustallen)
  • Keine betäubungslose Kastration: Akzeptiert werden Ebermast, Kastration unter Betäubung (Isofluran) kombiniert mit einer Schmerzmittelgabe, Impfung gegen Ebergeruch
  • Transportdauer: maximal 4 Stunden
  • Schlachtung: Kontrollen am Schlachthof; sichere und tiefe Betäubung muss sichergestellt sein
  • Tierbezogene Kriterien im Betrieb und auf dem Schlachthof: z. B. Mortalität, Arzneimittel, Verletzungen, Lungenentzündung, Leberveränderungen

Kriterien für Legehennen

Seit 1.1.2017 gelten die Kriterien für die Legehennenhaltung des Tierschutzlabels "Für Mehr Tierschutz".

Für beide Labelstufen:

  • Platzangebot: max. 7 Hennen/m²
  • Kaltscharrraum: nicht auf Besatzdichte anrechenbar, Größe mind. 50 Prozent der nutzbaren Stallgrundfläche
  • Strukturierung/Beschäftigung: zusätzliches Sandbad von mind. 3 m²/1.000 Hennen im Kaltscharrraum, , mindestens 1 Beschäftigungsmaterial (z. B. Luzerneballen) pro 500 Hennen und zusätzlich mindestens 1 Pickgegenstand pro 500 Hennen
  • Bestandsgröße: maximal 48.000 Tiere pro Betrieb, maximale Stallgröße 12.000 Tiere
  • Herdengröße: maximal 1.500 Tiere bei Ställen bis 4.500 Tiere, bei Ställen ab 4500 Tieren gilt eine maximale Herdengröße von 3.000 Tieren
  • Anrechenbare Ebenen: Max. 3 Ebenen übereinander
  • Sitzstangen: Mind. 20 cm/ Henne, zu 50% auf unterschiedlichen Höhen
  • Tageslicht: Fensterfläche mind. 5 % der Stallgrundfläche, gleichmäßige Verteilung
  • Schnabelkupieren: ist verboten

Kriterien für Milchkühe

Einstiegsstufe:

  • Bestandsobergrenze: maximal 600 Kuhplätze

Für beide Labelstufen:

  • Anbindehaltung: für Milchkühe verboten
  • Platzangebot: 6,0 m² Fläche im Stall je Tier
  • Eingriffe: unbetäubte Enthornung verboten; Enthornung nur erlaubt mittels Sedierung, lokaler Betäubung und Schmerzmittel
  • einmal jährlich verpflichtende Klauenpflege
  • Schlachtung trächtiger Tiere verboten (alle Trächtigkeitsstadien, verpflichtende Trächtigkeitsuntersuchung ) 
  • Tierbezogene Kriterien: Tierverhalten- und gesundheit,  Verschmutzung, Stallklima

Gentechnik

Der Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel ist beim Label „Für Mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes verboten. Dies gilt für alle im Programm aufgenommenen Tierarten und Labelstufen. Aufgrund logistischer Herausforderungen und bestehender Verträge mit Futtermittellieferanten gelten lediglich für die derzeit in das System liefernden sechs Einstiegstufen-Betriebe in der Mastschweinhaltung Ausnahmeregelungen. Diese laufen am 31.12.2017 definitiv aus. Der Deutsche Tierschutzbund steht im engen Kontakt mit den Landwirten und den Vermarktern, um so früh wie möglich diese Ausnahmereglung überflüssig zu machen und die Futtermittel umzustellen. 

Richtlinien

Diese enthalten detaillierte Kriterien für die tiergerechte Haltung und Behandlung von Masthühnern, Mastschweinen, Legehennen und Milchkühen sowie zur Verarbeitung im Rahmen des Tierschutzlabels. mehr

Broschüre

Unsere Broschüre "Zeichen für ein besseres Leben" informiert Sie anschaulich zum Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbundes.

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Entwicklung

Von der Idee zum Tierschutzlabel - lesen Sie, wie das Tierschutzlabel entstanden ist.
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Wo bekomme ich die Produkte?

DU UND DAS TIER - Artikel

Lesen Sie hier Artikel zum Tierschutzlabel aus der Zeitschrift des Deutschen Tierschutzbundes "DU UND DAS TIER".
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